
Roche: starkes Wachstum und volle Pipeline
Roche hat 2025 ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Basler Konzern steigerte seine Verkäufe währungsbereinigt um 7 Prozent auf 61,5 Mrd. CHF und legte beim Kernbetriebsgewinn sogar um 13 Prozent zu. Für viele Beobachter ist das mehr als nur ein solides Jahresergebnis.
Der Basler Pharmakonzern Roche legt Geschäftszahlen vor, die sich sehen lassen können – so die einhellige Meinung vieler Beobachter. Roche steigerte seine Verkäufe währungsbereinigt um 7 Prozent auf 61,5 Mrd. CHF und legte beim Kernbetriebsgewinn sogar um 13 Prozent zu. Für viele Beobachter ist das mehr als nur ein solides Jahresergebnis. „Roche zeigt eindrucksvoll, dass sich konsequente Investitionen in Innovation auch in einem herausfordernden Umfeld auszahlen“, heißt es etwa in einer Einordnung des Handelsblatts, das insbesondere die Dynamik im Pharmageschäft hervorhebt.
Treiber des Wachstums waren erneut die Blockbuster aus der Division Pharma, deren Umsatz um 9 Prozent zulegte. Phesgo, Xolair, Ocrevus, Hemlibra und Vabysmo steuerten zusammen 21,4 Mrd. CHF bei – ein Plus von 3,2 Mrd. CHF gegenüber dem Vorjahr. Damit kompensierte Roche den weiteren Rückgang bei älteren Produkten mit ausgelaufenem Patentschutz mehr als deutlich. „Die Abhängigkeit von einzelnen Onkologieprodukten nimmt sichtbar ab“, kommentierte ein Analyst laut Neue Zürcher Zeitung, mit Blick auf die zunehmende Breite des Portfolios.
Wachstum in regionalen Märkten – auch in China
Auch regional zeigt sich Roche robust. In den USA wuchsen die Verkäufe um 8 Prozent, in Europa um 5 Prozent. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in China: Trotz staatlicher Preisreformen legten die Umsätze dort um 10 Prozent zu, gestützt durch die Aufnahme von Phesgo in die Erstattungsliste sowie die Markteinführung von Vabysmo und Polivy. „Das China-Geschäft erweist sich widerstandsfähiger als vielfach erwartet“, notierte ein Kommentar im Wall Street Journal Europe.
In der Diagnostiksparte fiel das Wachstum mit 2 Prozent moderater aus, was vor allem auf Währungseffekte und regulatorische Eingriffe in Asien zurückzuführen sei, so das Unternehmen. Operativ jedoch setzte Roche auch hier dem eigenen Empfinden nach Akzente: Neue CE-Zulassungen, der Ausbau der automatisierten Massenspektrometrie und Fortschritte bei Sequencing-Technologien unterstrichen den Anspruch, technologisch führend zu bleiben.
Späte Phase in der Pipeline sehr gut vertreten
Besonders aufmerksam verfolgt wird von Investoren die Pipeline. Zehn Wirkstoffkandidaten schafften 2025 den Sprung in die Phase III, zwölf Spätphasenstudien lieferten positive Daten – darunter Programme zu Lupus, Brustkrebs, Multipler Sklerose und Adipositas. CEO Thomas Schinecker spricht von „Rekordergebnissen“ in der Forschung. Branchenbeobachter teilen diesen Eindruck: „Roche gehört aktuell zu den wenigen Big-Pharma-Unternehmen, die gleichzeitig starke Cashflows und eine prall gefüllte Spätpipeline vorweisen können“, schrieb kürzlich FierceBiotech.
Finanziell spiegelt sich diese Stärke auch im Konzerngewinn wider, der nach IFRS um 58 Prozent auf 13,8 Mrd. CHF sprang – begünstigt durch den Wegfall hoher Wertminderungen aus dem Vorjahr. Der Verwaltungsrat schlägt zudem eine Dividendenerhöhung auf 9,80 CHF je Aktie vor. Sollte die Generalversammlung zustimmen, wäre es die 39. Erhöhung in Folge – ein Signal, das vor allem langfristig orientierte Anleger zu schätzen wissen.
Für 2026 stellt Roche weiteres Wachstum in Aussicht: ein mittleres einstelliges Umsatzplus und ein hohes einstelliges Wachstum beim Kerngewinn je Aktie.
Roche-CEO Schinecker hält mit erkennbar stolz geschwellter Brust nicht hinter dem Berg: „2025 war ein starkes Jahr für Roche. Es spiegelt unsere operative Exzellenz und unseren klaren Fokus auf Forschung und Entwicklung wider. Unsere Pharma-Pipeline erzielte Rekordergebnisse. Auch in der Diagnostik setzten wir neue Maßstäbe: Unsere Sequencing-Technologie der nächsten Generation, die dieses Jahr auf den Markt kommt, entschlüsselte ein gesamtes menschliches Genom in weniger als vier Stunden. Dank unserer starken finanziellen Basis und unserer konsequenten Ausrichtung auf Innovation sind wir für künftiges Wachstum gut aufgestellt.“
Fokus auf USA
Doch er macht auch deutlich, dass der Fokus von Roche sich weiter stark auf die USA richtet. Konzernchef Thomas Schinecker verteidigte den milliardenschweren Investitions- und Preisdeal mit Washington – und machte zugleich deutlich: Ohne Zugeständnisse drohen Stellenstreichungen.
„Nahezu alle Branchen in Deutschland haben Arbeitsplätze verloren. Pharma ist eine der wenigen, die noch Jobs aufbaut“, sagte Schinecker auf der Pressekonferenz zu den Jahreszahlen in Basel. Wenn Staaten über künftiges Wachstum sprechen, lande die Diskussion früher oder später bei der Pharmaindustrie. „Und dann gibt es nicht mehr viel anderes,“ so der Roche-CEO. 50% der Wertschöpfung, mit der sich Forschung, Investitionen und Beschäftigung finanzieren lassen, entsteht für Roche in den USA. Und so hat der Pharmachef auch eine kleine Drohung für seinen Heimatstandort im Gepäck, denn er fordert für Europa eine Preisanpassung nach oben, wenn in den USA nun breitflächig die Preise durch die MFN-Deals heruntergeholt werden. „Roche ist geografisch flexibel, die Schweiz ist es nicht.“

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